Pro Club,.... nicht immer, aber wenn nur Robinson oder Aldiana.
Wenn ich Urlaub habe, möchte ich mich nicht über irgendetwas ärgern müssen.
Ich habe keine Lust, 10 mal zur Rezeption zu gehen und irgendeinem Mensch zu erklären, dass mein Fliegengitter kaputt ist, wo dann am letzten Tag meines Urlaubes, während ich packe, einer kommt und meint, ich müsse dankbar sein, dass er so schnell da sei.
Ich habe auch keine Lust mich über blockierte Liegen zu ärgern, weil das Hotel nur 300 hat, aber vorneweg 500 (Doppel)Zimmer.
Ich will mich nicht über Auswahl oder Qualität des Essens 'wundern', sondern an den Buffets erfreuen.
Ich will in meinem Urlaub einfach so auf Menschen zugehen, einfach per Du ohne Standesdünkel. Jaaaa, schon klar, solche Arroganzhansel gibt es auch im Club, aber die sind mir in all den Jahren erst 2 mal untergekommen.
Ich will keine nach bier- und schweissriechenden Leute in Sportshorts und Badelatschen abends am Buffet im Restaurant sehen, die schon ab mittags betankt haben, weil... ist ja all inclusive.
Ich WILL in meinem Urlaub vor Ort Menschen als Mitarbeiter vorfinden, die 1. präsent sind, 2. die wissen, dass die Gäste ihren Arbeitsplatz sichern und keine Störelemente sind und die 3. alles daran setzen, dass die Gäste sich imemr wie Gäste UND Freunde fühlen.
Sicher, das alles kann ich möglicherweise auch in einem Nicht-Aldiana/Robinson haben, aber in über 20 Jahren Hotel- und Cluberfahrung (und ja, ich habe in der Hotelerie gelernt und arbeite in der Reisebranche) kann ich für mich (!) zusammenfassend feststellen: Wollen und Können und Wollenkönnen liegen oftmals seeeeehr weit auseinander.
Erlaubt mir 2 Beispiele:
R.C. Bentota, Sri Lanka, erster Aufenthalt Dez 1989. Unser Zimmermädchen hat uns 3 Wochen das Zimmer gerichtet, zauberhaft, immer perfekt und liebevoll. Wir haben gefragt, ob sie auch an unserem Abreisetag unser Zimmer richten würde und haben ihr nach 3 Wochen 50 DM Tipp aufs Bett gelegt.
R.C. Bentota, Sri Lanka, zweiter Aufenthalt 1995, heftiger Bürgerkrieg. Wir kommen an, 2. Tag, uns kommt ein Mädchen vom Zimmerpersonal entgegen, sie schaut uns an und fängt an zu strahlen und meint nur: Danke für die 50 Mark damals!
R.C. Soma Bay, Ägypten, erster Aufenthalt Sep. 2004. Ich hab abends die Show mitmachen wollen, aber Kostüme für sehr viel Frau aus Mauritius gab es nicht. Die Dame in der Requi hat mit mir gesucht und dann von Nachmittags bis zum nächsten Abend extra für mich ein Kostüm geändert. Es war eines dieser Rokoko-Rüschen-Kleider für TdV.
R.C. Soma Bay, Ägypten, zweiter Aufenthalt 2005 (sontaner 1-Wochen-Kurztrip). Ich hatte mittlerweile 25 Kg runter, geh nachmittags zum Teeholen, da ist Harida. Sie sieht mich an und sagt: "Das glaub ich nicht, Du hast toll abgenommen, Dein Kleid wird Dir zu weit sein, ich werde es enger machen."
Glaubt mir, ich hab beide mal beim zweiten Mal geschaut wie vom Donner gerührt. Die haben bei einem 2-wöchigen Gästewechsel und nur 500 Gästen pro 2 Wochen pro Jahr rund 12000 Gäste... und bei der Gästezahl liege ich wahrscheinlich 40 - 45 % unter der Realität.
Fahre ich in einem Jahr nur für 1 - 2 Wochen in Urlaub will ich dort in erster Linie relaxen, zur Ruhe kommen und meine Batterien aufladen. Ich weiß, dass ich das in den Clubs kann. Bedingungslos.
Bei Club Med stimmt das 'Kasernierungsgefühl', aber weder bei Aldiana noch bei R.C. wurde ich jemals blöd angeschaut, wenn ich nach dem Frühstück den Club verlasse und erst zum Dinner wieder komm.
Das Angebot ist breit gefächert, Mensch kann, wenn er will, die Aktivitäten annehmen, muss aber nicht.
Das war früher anders; ich kenne noch Club, als Gäste in den Pool geschubst wurden und dann das Argument kam: Nun bist Du schon nass, da kannst Du jetzt auch Wasserball mitspielen.
Aber ehrlich, diese Zeiten sind schon seit 20 Jahren vorbei.
Das Argument, dass man als Cluburlauber das Land oder die Gegend nicht kennen lernen würde, empfinde ich als arrogant und vor allem als frech!
Ich kenne Leute, die fliegen seit 15 Jahren nach Mallorca, immer ins selbe Hotel (nix Club) und die haben noch niemals irgendwas anderes gesehen als den Weg vom und zum Flughafen und den Strand.
Ich kenne auch Leute, die haben ein Haus in Florida, aber die kennen nur den Weg vom/zum Flughafen, zum nächsten Publix oder Walmart oder what-ever, zum Strand und zum FactoryOutlet/der Mall, aber die wissen nicht mal, wie die Hautpstadt des Bundesstaates heisst, wo sie seit x Jahren einen 'Zweit'Wohnsitz haben und bis zu 6 Wochen im Jahr urlauben.
Ich war 4 Mal in Florida und habe diesen Bundesstaat von Key West bis St. Augustine und Pensacola erfahren und gesehen, ich hab mich von Disney bespassen lassen und geshoppt, bis die Karte glühte.
Ich war rund 25 mal in R.C.'s und Aldianas, von Sri Lanka bis Kanaren, von Tunesien bis Österreich. Ich liebe das Gefühl, dort anzukommen, mit (Vor-)Name angesprochen zu werden und irgendwie gleich dazuzugehören und vor allem zu wissen, welche (hohe) Qualität mich erwartet.
Ich finde es aber auch spannend bei einer Städtreise in ein Hotel einzuchecken, das mittendrin im Trubel ist, wunderbar alt und morbide und wo ich drinnen eine Oase der Ruhe habe ('mein' Hotel in Rom z.B.).
Ich finde es ebenfalsl spannend eine Ferienwohnung zu suchen und in einem mittelalterlichen Turm zu landen, wo man unten an der Treppe steht und nach der Luis-Trencker-Gedächtnisplakette fragt.
Ob und wieviel man von einem Land und den Menschen erlebt und kennenlernt, liegt
IMMER und ausnahmslos an der eigenen Bequemlichkeit. Es ist völlig schnurz, ob man im 5*-Haus residiert oder im 2-Mann-Zelt!
Was allerdings nach meiner Erfahrung einen Unterschied macht, und dieser ist extrem heftig: bei Clubs gehe ich nur in Aldiana oder R.C.; alles was sich sonst noch Club schimpft, nun, da kam bislang nichts an die beiden ran.
Ich werde allerdings wohl demnächst mal Magic Life probieren. Mal sehen, was ich dann berichten kann.
In diesem SInne, fröhliches Ostereiersuchen und schöne Ostertage
Chou