Hallo Ihr Lieben,
durch Zufall bin ich auf diese Gruppe gestoßen und mußte feststellen, dass hier tatsächlich noch kein Eintrag hinterlegt ist. Warum habt Ihr dann diese Gruppe eröffnet?
Okay, dann fange ich einmal an zu fragen, wo und wie Ihr Euren Namibia verbracht habt? Was hat Euch am besten gefallen?
Namibia war für mich eine Reise durch die Vielfaltigkeit der Kulturen und Sprachen, zweier Klimazonen und unterschiedlicher Vegationen (von trockener Wüste im Südwesten über Steppe im Osten und tropisch feuchter Hitze im Norden). Auf einer Fläche von ca. 830.000 qkm (doppelt so groß wie Deutschland) leben 1,8 Millionen Menschen. Ganz klar, dass man sich hier manchmal sehr verloren fühlt, wenn man mit dem Auto durchs Land fährt.
Nun zu unserer Reise:
Nach Ankunft in Windhoek nahmen wir am Flughafen unser Mietauto in Empfang. Die erste Nacht hatten wir via Internet gebucht. An dieser Stelle sei anzumerken, dass Chameleon Backpackers absolut zu empfehlen ist. Sehr sauer und absolut günstig - gutes Preisleistungsverhältnis.
Von dort ging es erst einmal über Keetmanskoop. in den Süden. Der Fish River Canyon ist nach dem Grand Canyon der zweitgrößte Canyon der Welt und nicht weniger beindruckend.
Vom Fish River Canyon ging es in den West nach Lüderitz. Manche rieten uns von Lüderitz ab. Wir fanden's toll. Eine farbenprächte Gründerstadt an der rauhen Westküste.
Auf dem Weg nach Sossuvlei in die Wüste Namib übernachteten wir bei einer alten deutschen Farmerfamilie (Deutsche in 3. Generation, die noch nie in Deutschland waren und auch ein recht merkwürdiges Deutsch sprachen ;-)
Am nächsten Tag ging es dann direkt nach Sossuvlei. Und die Namib ist und bleibt wohl für jeden Namibia-Tourist die beindruckendste Gegend Namibias. Diese rote weite Wüste mit ihren fast rasierklingenscharfen Dünen zählt zu den größten Wüsten der Welt.
Von dort aus fuhren wir nach Swakopmund und Walvis Bay. Auch sehr schön und lädt zum Verweilen ein - von hier aus sollte man unbedingt nach Cape Cross, wo seit jahrzehnten einen Robbencolonie beheimatet ist (vorsicht: Erstickungsfahr, hier darf in Bezug auf Extremgerüche nicht empfindlich sein).
Über Otjiwarongo (Herero-Gebiet) fuhren wir dann weiter in den Norden nach Rundu und dann über den Caprivi-Streifen über Botswana nach Zimbabwe zu den Victoria Falls. Die zweitgrößten (odder sogar die höchsten?) Wasserfälle der Welt - berauschend, beeindruckend, bewegend.
Die Fahrt über die Grenze nach Zimbabwe war alles andere als angenehm. Wir hatten für unser Auto eine Genehmigung von unserem Vermieter, damit die Grenze zu überfahren, jedoch wurden wir fast 2 Stunden schikaniert, wurden hin und her geschickt und mußten div. Stationen irgendwelche Gebühren zahlen und mehrere Versicherungen abschließen. Der Ort "Victoria" ist ein kleiner Touristenort, aber auch hier sollte man äußerst vorsichtig sein. Schon 2005 war das Land im Umbruch, die Weißafrikaner wurden enteignet es herrschte Bürgerkriegsstimmung. Wir fuhren vorbei an Zivilisten mit Schrotflinten und hatten alles andere ein gutes Gefühl. Untergekommen sind wir dann privat bei einer weißafrikanischen Familie (englischen Ursprungs). Ob schwarz oder weiß, beide nehmen sicht nicht viel. Natürlich sind die Weißen in der Minderheit und müssen unter ständiger Angst leiden, verjagt zu werden. Auf der anderen Seite gehörte ihnen dieses Land nie wirklich... Aber dieses Thema sorgt immer wieder für Diskussionen und man sollte viele Aspekte berücksichtigen und hier auf keinen Fall Partei ergreifen sondern versuchen so gut es geht neutral zu bleiben.
Die Wasserfälle haben uns für alles entschädigt aber wir waren auch froh nach ein paar Tagen wieder in Namibia zu sein. Hier haben wir dann noch ein paar Nächte im Etosha-Park verbracht. Dies sollte auch der Höhepunkt der Reise sein... daher auch fast ganz zum Schluß.
Khoriax, Twefelfontein und Umgebung sollte man evtl. noch mit auf den Plan nehmen. hier gibt es z.B. einen "versteinerten Wald" zu sehen - fossile Baumstämme, die mehr als 200 Millionen Jahre alt sind und im Laufe der Jahre durch Einfluß von Kieselsäure versteinert sind. Sehr interessant! Auch lohnt sich ein Zwischenstopp in Tsumeb, eine alte Minenstadt in der Oshikoto-Region.
Was wir leider nicht mehr schafften, war, den Himbas einen Besuch abzustatten. Hier hätten wir eine andere Ausrüstung benötigt, wie z.B. GPRS, denn die Straßen dorthin sind natürlich nicht ausgebaut. Vielleicht das nächste Mal.
Namibia: für mich eine Reise wie durch einen Traum, ein Land wie es unterschiedlicher nicht sein kann!!!
Falls Ihr Fragen habt, dann fragt mich...
Eure Manu