Dubioses Erlebniss in Goa
Mir ist folgendes passiert:
Ich habe in Indien im Bundesstaat Goa Urlaub gemacht. Dort habe ich drei Inder kennengelernt, die sehr gastfreundlich waren und mich zu sich zum essen eingeladen haben. Sie gaben an, sie seien Schmuckverkäufer aus einem Familienbetrieb und hätten einen Job für mich. Bei dem Job sei es meine Aufgabe ein kleines Päckchen mit Schmuck nach Deutschland zu schicken, mit der Angabe es als Geschenke für Freunde und Verwandte zu verschicken. Ich sollte dann, sobald ich wieder in Deutschland bin, das Päckchen von der Post abholen, zusammen mit einem Händler aus Deutschland. Nach zwei Telefonaten mit anderen Deutschen, die dies schon öfter gemacht hatten, wurde mir die Skepsis genommen und ich habe eingewilligt. Es wurde vor meinen Augen das Paket verpackt und auch eine Versicherung abgeschlossen. Ich musste für alles kein Geld zahlen. Nachdem ich das Päckchen versendet hatte, kam am nächsten Tag ein Anruf (angeblich) vom Zollamt der Post in Mumbai und meinte, dass der Schmuck mehr als das doppelte wert sei und ich meine Transaktionen der letzten 24 Stunden binnen 24 Stunden nachweisen solle. Würde ich dies nicht tun, würden rechtliche Mittel gegen mich verwendet werden, da ich ein Schmuggler sei. Nun sagte mir der Boss der Gruppe wir müssen eine Einverständniserklärung schreiben, dass sie sich vorerst mit einer Anzahlung meinerseits zufrieden geben und ich den Rest des Betrages aus Deutschland überweise. Wenn der Zoll sich damit zufrieden gibt, ist es gut, wenn nicht muss ich am selben Tag noch das Land verlassen und nach Deutschland fliegen, damit ich nicht festgenommen werde und ins Gefängnis komme. Nachdem wir in einer Bank waren, bei der ich meine Karte durch ein Lesegerät gezogen hatte um die Transaktionen drucken zu lassen, sagte er er müsse mit seinem Anwalt reden und die Sache klären, damit beide ohne Schaden aus der Sache raus kommen. Am Abend kam er dann mit den Unterlagen und einem Flugticket nach München. Ich musste das Land verlassen damit er die Angelegenheit regeln konnte und für mich keine Gefahr besteht. Bis zum Abflug wurde ich von einem der Inder begleitet. Auf meine Frage, ob ich irgendwo ins Internet könne, meinte er gleich, dass alles zu sei und das nicht möglich sei. Im Nachhinein ist mir klar, dass verhindert werden sollte, dass ich die ganze Geschichte hinterfrage und irgendwelche Anrufe tätige, so dass die Gruppe auffliegen würde. In Deutschland habe ich dann im Internet genau über solche Fälle gelesen und mir wurde einiges bewusst.
Das war von vorn bis hinten ein Schauspiel, dass sie aufgeführt hatten. Nichts war echt. Auch das Zollamt hat mich nicht angerufen. Nun bekomme ich ständig Anrufe, da sie meinen, dass das Zollamt immer noch nicht zufrieden ist und ich 3000 Euro überweisen solle. Wenn nicht, würde die Sache dem Zollamt nach Deutschland weitergeleitet. In Indien haben sie mir um die 5000 Euro abgebucht, als ich normalerweise nur meine Transaktionen ausdrucken sollte.
Hiermit sollte jeder gewarnt sein. Jeder könnte auf so eine Masche reinfallen. Auch wenn man als Außenstehender leicht sagen kann, dass es ihm nicht passiert wäre. Inder sind raffinierte Betrüger. Sie nehmen sich Zeit um die Opfer um den Finger zu wickeln und das Vertrauen zu gewinnen indem sie sehr gastfreundlich sind und dich zum Essen einladen oder dich herumführen auf deren Kosten. Erst nach ein paar Tagen kommen sie mit dem Jobangebot, bei dem man dann auch ein schlechtes Gewissen hat, wenn man nicht darauf eingeht. Es ist nicht allein die Geldgier, die einen dazu veranlasst darauf einzugehen. Und als Deutscher oder als jemand aus westlicher Kultur, kann man dies nicht so einfach nachvollziehen, wie sie dir eigentlich das ganze Geld aus den Taschen ziehen wollen und andererseits dir ins Gesicht lächeln und vorgeben dein bester Freund zu sein.
Ich finde es sehr schade, dass die Leute in Indien ihren Ruf durch solche Aktionen so kaputt machen. Wenn ich nochmals nach Indien Reise, werde ich Abstand von den Einheimischen halten, was eigentlich schade ist, da man (Ich) auch Landsleute kennenlernen möchte. Aber man weiß nie ob es wahre Freundlichkeit ist oder nur eine Maske, die er sobald er merkt, dass er bei dir kein Geld bekommt ablegt oder dann ablegt, wenn er es schon hat.
Ich würde mich freuen, wenn sich Leute melden, die der gleichen Sache zum Opfer gefallen sind und mir ihre Geschichte schildern. Zumal ich gerade nicht weiß ob ich nochmals nach Indien einreisen soll oder nicht, ob es vielleicht eine Gefahr darstellt nochmals einzureisen, da ich gelesen habe, dass es auch sein kann, dass die Leute anzeige gegen dich erstatten, da du ihnen das rechtliche Geld nicht überwiesen hast. Ich weiß nicht wie weit die gehen können/werden. Mein Plan war, bis ende Dezember in Indien zu bleiben. Deshalb bitte ich euch mir eure Erfahrungen zu berichten.
E-mail: psyboa@web.de
Geschrieben: 01.11.11, 11:35 Uhr
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