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Ländertipp
16.08.2011
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Kroatien: Urlaubsland an der Adria


Die Teilnehmer eines entsprechenden Gipfeltreffens in Brüssel haben gerade grünes Licht für den Beitritt von Kroatien in die Europäische Union gegeben, der voraussichtlich im Sommer 2013 erfolgt. Doch was ist das für ein Balkanland?

Eine historische Region noch…
Ankunft in Split. Unser Flieger scheint der einzige zu sein, der um diese Zeit am frühen Nachmittag auf dem kleinen Regionalflughafen nahe Trogir abgefertigt wird. Es geht herrlich südländisch zu. Die Sonne jedenfalls schickt wärmende Sommerstrahlen übers Land. Drago Kotic stellt die Region vor. Die, sagt unser Begleiter, ist eine der historischen.

…mit Slawonien und Teilen Istriens
Neben Kroatien gehört noch Slawonien dazu. Und der größte Teil der Halbinsel Istrien im Norden. "Rund 900 Jahre hat es gedauert, bis wir wieder souverän geworden sind", fügt der geschichtlich bewanderte Kroate hinzu. "Aber wir haben diese Unabhängigkeit auch teuer bezahlen müssen." Eben mit Krieg und Vertreibung. Der Beitritt zur Europäischen Union soll nun helfen, auch die letzten Folgen dieses Konflikts endgültig zu überwinden.
Fruchtbare Ebenen, verkarstete Hochflächen
Und die Chancen stehen nicht schlecht. Denn Kroatien hat Fundamente, auf denen es aufbauen kann. An den Ufern von Drava und Save etwa dehnen sich zu beiden Seiten fruchtbare Ebenen aus, die rund die Hälfte des Staatsgebiets ausmachen. Der andere Teil besteht aus verkarsteten Hochflächen und nur dünn besiedelten Ketten des Dinarischen Gebirges, das in Dalmatien steil zur lang gezogenen, stark gegliederten Küste mit ihren vorgelagerten Inseln abfällt.

Die meisten Serben haben die Region inzwischen längst verlassen oder sind vertrieben worden. "Auf der anderen Seite", fügt Drago hinzu, "haben wir doch auch viele Flüchtlinge aus anderen Teilen des früheren Jugoslawiens aufnehmen müssen."

Das Land, aus dem die Krawatte stammt
Kroatien ist nicht nur das Land, aus dem, wie es sich selbst rühmt, die Krawatte stammt. Hintergrund: Die traditionelle Uniform der Kroaten ist wegen der ungewöhnlichen und bunten, auf besondere Weise um den Hals gebunden Tücher auf Interesse gestoßen, die wiederum zur Zeit Ludwigs XIV. wegen ihrer miliärischen Ornamentik am Hof in Frankreich übernommen worden sind, wo sich der mondäne Ausdruck á la croate schließlich in la cravate verwandelte.

Kroatien ist auch das Land, das nach Einschätzung von Experten zu den wachstumsstärksten Staaten auf dem Boden Ex-Jugoslawiens gehört. Um den Anschluss an Europa am Ende allerdings wirklich geschafft zu haben, ist ein Strukturwandel notwendig. "Und der", mutmaßt jedenfalls Drago, "dürfte noch für einige Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit verbunden sein."
Tourismus bereits vorher wichtige Einnahmequelle
Mehr als die Hälfte der Fläche des Landes wird landwirtschaftlich genutzt. Im Tiefland werden Getreide, Zuckerrüben und Obst, an der Küste Wein, Oliven und Feigen angebaut. Im Gebirge überwiegen Schaf- und Schweinezucht sowie Holzwirtschaft. Größter Devisenbringer ist der Tourismus, der bereits vor dem Krieg eine wichtige Einnahmequelle war. 2005 etwa sollen schon wieder zehn Millionen Touristen das Land besucht haben.

Zu den attraktivsten Regionen im Landesinneren gehört der Nationalpark der Plitvicer Seen, wo unter anderem Winnetou-Filme gedreht wurden. Aber auch Ausflüge etwa ins Velebit-Gebirge lohnen sich oder an der Küste Törns durch die Inselwelten an der Adria.

"Eigentlich schon immer Durchgangsland"
Nach den Zerstörungen durch den Krieg ist das überregionale Straßen- und Autobahn- sowie das Eisenbahn-Netz zügig ausgebaut worden. Wichtig ist vor allem die Adria-Magistrale, über die nicht zuletzt freilich auch der Transitverkehr sehr stark läuft. "Eigentlich waren wir schon immer Durchgangsland", findet unser Begleiter. Und fasst im Zeitraffer die Geschichte Kroatiens zusammen: Von den ersten früh eingewanderten südslawischen Kroaten über das Königreich, die Anerkennung der Habsburger als Herrscher, den Anschluss an das Osmanische Reich nach dem Ende der Türkenkriege, den Verbund mit Slowenen und Serben nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie und den Status als Teilrepublik des sozialistischen Jugoslawiens bis hin eben zum blutigen Balkankrieg.
Split: Eine Stadt in den Mauern eines Palastes
"Selbst Dubrovnik noch viel weiter im Süden", erinnert sich Drago, "lag unter Beschuss." Und Split, das Herz Dalmatiens? "Aber Sie sehen", kann der Kroate jetzt entspannter darüber reden, "es steht alles noch."

Und auch diese Besonderheit habe sich das selbst einmal zu Venedig gehörende Erbe der Weltkultur mit rund 200.000 Einwohnern noch immer bewahrt: eine Stadt, die im 7. Jahrhundert in den Mauern eines Palasts entstand. Den weiträumigen Gebäudekomplex hat Kaiser Diocletian schon viel früher, um das Jahr 300 herum, errichten lassen. "Das kann", denkt sich Drago, "nur in Zeiten des Friedens gewesen sein, denn bei Krieg wäre so etwas doch sonst kaum möglich gewesen."

Rund 1.185 Inseln und Riffs
Kroatien, die frühere Teilrepublik Jugoslawiens, ist seit 1991 unabhängig. Über 56.000 Quadratkilometer groß, grenzt sie an Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien/Herzegowina und Montenegro. Von den rund 1.185 Inseln und Riffs, die zu dem Land gehören, sind etwa 50 bewohnt. 4,5 Millionen Menschen leben in Kroatien, 780.000 allein in der Hauptstadt Zagreb.

Mit dem Flieger in zwei Stunden da
Der Flug etwa nach Split dauert weniger als zwei Stunden. Mit dem Auto reist man am besten über Österreich sowie Italien oder Slowenien an. Reisepass oder Personalausweis genügt. Die amtliche Währung heißt Kuna. Landessprache ist Kroatisch; mit Englisch kommt man zumindest in den Zentren weiter.
Je nach Region herrscht kühleres Gebirgs-, gemäßigtes Kontinental- oder milderes Mittelmeer-Klima vor. Frühling oder Herbst sind wegen der dann nicht ganz so großen Urlauberströme die besten Reisezeiten. Badeurlauber ziehen freilich den Sommer vor.

Unterbringung, Küche und Wein
Wir waren im Le Méridien Lav (fünf Sterne, gehobenes Ambiente, direkt am Meer mit eigenem Strand und Yachthafen) etwa zehn Kilometer südlich von Split untergebracht. Die kroatische Küche weist sich im Hinterland als eher deftig, an der Küste als eher leicht und fischbetont aus. Das Land hat ebenfalls recht gute Weine zu bieten. (gk)

Quelle: Günther Koch/KoCom/Fotos: Koch


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