Städtetipp
12.02.2010
Was Marokko alles zu bieten hat
Marokkos Wirtschafts- und Finanzzentrum Casablanca und der Badeort El Jadida haben fast nur die Lage an der Atlantikküste am Nordwest-Zipfel Afrikas gemein. Als Nachbarn stehen beide Hafenstädte für Urlaubskombinationen mit hohem Erlebniswert. Die Sechs-Millionen-Metropole Casablanca lockt mit Film-Mythos, großer Moschee, Königspalast und kulinarischen Genüssen. Das nur 100 Kilometer entfernte El Jadida protzt mit seinem Weltkulturerbe, schönen Stränden und rassigen Pferden. Auch die kleinere Stadt ist von Casablancas Flughafen aus gut erreichbar.
Casablanca stilecht genießen
Als Sam am Klavier "As Time Goes By" spielte, sich Ingrid Bergman und Humphrey Bogart schmachtende Blicke zuwarfen und der Kult-Film mit einer wunderbaren Freundschaft endete, war alles nur Illusion. Tatsächlich wurde "Casablanca" nahezu komplett in Hollywoods Studios gedreht. Vorlage für Rick's Café war das Hotel El Minzah in Tanger.
Dennoch gibt es das Café inzwischen auch im realen Casablanca. Sein Anstrich erinnert an den arabischen und spanischen Namen der Großstadt: "Weißes Haus". An der Mauer von Casablancas Medina hat es die ehemalige US-Diplomatin Kathy Kriger stilecht renoviert. Innen erinnern Dekorationen an den Liebesfilm aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Serviert werden leckere Speisen zu moderaten Preisen. An der Bar ist "Sour Jdid" aus Schottischem Whisky, rotem Wermut und gestoßenen Zitronenscheiben mit prickelndem Mineralwasser der Favorit. Natürlich spielt Issam Chabaa am Klavier immer wieder "As Time Goes By".
Vom Olivenmarkt zur Moschee mit Automatikdach
Viele kleine Geschäfte in der alten Kasbah offerieren Kunsthandwerk. Auf Casablancas Olivenmarkt verkaufen Großhändler grüne Früchte, die nach bis zu vier Wochen, die roten nach längstens acht Wochen geerntet werden. Oliven, die länger am Baum gehangen haben, sind schwarz und besonders Öl-haltig. Am nahen Königspalast fasziniert das Eingangs-Tor des Botschafter-Raums. Dessen kunstvoll geschnitztes Holz wurde mit Henna, Indigo, Jasmin, Pfefferminze und Safran gefärbt sowie mit einer Lasur aus Arganöl und Eiweiß konserviert.
Hauptattraktion Casablancas ist aber die Hassan-II.-Moschee direkt am Meer. Ihr Minarett hält mit 210 Metern Höhe den Weltrekord. Der Gebetsraum mit Fußboden-Heizung unter dem marokkanischen Marmor misst 200 mal 100 Meter und fasst 25.000 Gläubige. Über deren Köpfen öffnet sich das Moschee-Dach in 65 Metern Höhe automatisch.
Deutschsprachige Führungen präsentieren Leuchter aus Murano-Glas und den Männer-Waschraum mit 41 großen Marmorbecken. Auch ein Besuch der von außen unansehnlichen Kirche Notre Dame de Lourdes lohnt sich wegen 800 Quadratmetern Kirchenfenstern aus buntem Glas. In der Grotte vor der Tür entzünden Katholiken heute Kerzen, wo vor dem Bau der Kirche Gottesdienste stattfanden.
Etwa 100 Kilometer weiter südlich liegt El Jadida. Hier ist der Markt ursprünglich, die Gassen eng, und die Hühner landen lebendig auf der Waage. Besuchermagnet ist die portugiesische Hafenfestung Mazagão. Sie wurde Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet und zählt seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Lange widerstand sie den Angriffen von Berbern und marokkanischen Sultanen, bevor sie 1769 aufgegeben wurde und verfiel. Der Handelshafen für Indien-Schiffe wurde erst 1815 als El Jadida, "die Neue", wiederbelebt und zählt heute 150.000 Einwohner.
Vier von ursprünglich fünf portugiesischen Bastionen sind erhalten und bieten atemberaubende Aussichten auf Stadt, Hafen und Meer. Die Porte de la Mer diente den Portugiesen als Fluchtweg. Ein Händler entdeckte 1916 die über 400 Jahre alten Säulen eines zur Zisterne umgebauten unterirdischen Waffenlagers im Altstadt-Zentrum.
Orson Welles und Arthur Joffé nutzten den vergessenen Keller als Filmkulisse für "Othello" und "Harem". Zauberhaft spiegeln sich die Gewölbe im Wasser. Nicht weit von der Zisterne ragen die spätgotische Kirche Mariä Himmelfahrt sowie eine Moschee mit fünfeckigem Minarett empor.
Strandausflüge hoch zu Ross
Neben der Pferde-Rennbahn am Stadtrand ist das Nationale Gestüt in einem alten Fort untergebracht. Englische, arabische und Berber-Pferde füllen seine weitläufigen Stallungen. Das Gestüt organisiert Reitunterricht und Strandausflüge hoch zu Ross, bei denen das zerbrochene Frachtschiff-Wrack der "Marokkanischen Titanic" zu sehen ist.
Foto: Moschee Hassan II in Casablanca
Reisen.de empfiehlt:
>alle Reiseangebote Marokko
>alle Urlaubsangebote bei Reisen.de
>alle Flüge bei Reisen.de
Quelle:





