Interclub Fun Royal Beach Resort:
Erfahrungsbericht von
Susi +Patrick am
06.06.2010
Große Erwartungen wurden enttäuscht
NEGATIVES
Das Hotel hat doch sehr enttäuscht. Zuerst einmal störte uns, dass sämtliche all inclusive Sportangebote nur mit Nachdruck erhältlich waren. Bananenboot fahren ist NUR um Punkt 14 Uhr und dann auch nur für EINE Runde (5-7 Min) inclusive, danach oder davor 10 $ pro Person. Auf Anfrage für die Windsurfausrüstung wurde auf die angeblich widrigen Windverhältnisse hingewiesen und nur nach wiederholtem "Nerven" konnte man endlich das Brett bekommen (veraltet). Sunfishsegeln ging angeblich nicht, weil das Segel kaputt war und das auf ungewisse Zeit. Die Kajaks waren der größte Reinfall. Durch versteckte Risse und Löcher im Hohlkörper liefen sie mit der Zeit unbemerkt mit Wasser voll und drohten zu sinken. Es sei darauf hingewiesen, dass man vor der Nutzung sämtlicher Wassersportgeräte eine Erklärung unterschreiben musste, wonach man entweder eine Haftpflichtversicherung von 5$ pro Tag und Nutzung abschließen konnte oder bei Schaden oder Verlust der Geräte astronomische Preise bar bezahlen musste. Hier ein Beispiel: Verlust eines Paddels = 280$, Beschädigung eines Surfsegels (eh völlig veraltet) = 700 - 800$.
Wer einen traumhaften Karibikstrand erwartet, ist an der Playa Dorada falsch. Palmen und etwas helleren, feineren Sand gibt es nur ein paar 100m weiter an den 5 Sterne Hotels. Bei uns luden scharfkantige Unterwasserriffs, Algen auf dem Strand und langweilige Laubbäume nicht gerade zum Träumen ein. An der Strandbar gibt es Snacks nur von 11-15 Uhr, sowie Getränke bis 17 Uhr. Anders als im Katalog beschrieben bekommt man am Strand keine Handtücher, sondern muss diese vorher schon vom Hotel aus mitnehmen. Äußerst nervtötend: man wird ca. 3-4 mal pro Std von hartnäckigen Strandverkäufern genötigt, Schmuck etc zu kaufen. Im Normalfall reicht ein freundliches "No, thank you." nicht. Man muss erst etwas unhöflicher werden, ehe man in Ruhe gelassen wird. Highlight am Strand: der überaus freundliche und zuvorkommende Kellner José.
Den Pool im Hotel haben wir nur anfangs genutzt, bis die ersten Deutschen Durchfall und Ausschlag bekamen. Das Wasser ist stark gechlort, von der Hitze tagsüber unangenehm warm und stinkt im Bereich der Swim Up Poolbar nach Abfall, angetrocknetem Bier und Schimmel. Beim genaueren Blick ins Wasser fallen schwarze Partikel, Unmengen an fremden Haaren und Essensreste auf.
Das Problem ist, dass die Bediensteten im Hotel nichts dazu sagen (können/dürfen/wollen?), wenn die Leute Speisen und Getränke im Pool einnehmen (wobei hier und da natürlich was ins Wasser fällt). Ebenso wird stillschweigend geduldet, dass die Leute (meist aus England, Amerika und zum großen Teil Dominikaner) ihren Müll überall hinschmeißen, sich am Büffet daneben benehmen und von Ruhezeiten wohl noch nie was gehört haben. Unter der Woche war das Hotel völlig ausgestorben. Uns Deutsche konnte man an einer Hand abzählen. Am Wochenende fielen jedoch Scharen von Einheimischen für einen Kurzurlaub über das Hotel her. Und gerade die zeigten absolut kein Benehmen.
Als Deutscher wurde man eh anders behandelt als andere. Das Fun Royale ist kein Deutschen-Hotel! Muffelige Gesichter und Mangel an Hilfsbereitschaft gab es vor allem unter dem jüngeren Personal, während "die alten Recken" das genaue Gegenteil waren. Leider gab es davon zu wenige...
Die Animation war tagsüber nervtötend und abends langweilig. Obwohl nur ein paar Leute vormittags träge im Schatten lagen, wurde um Punkt 11 die Musikanlage voll aufgedreht und ein mit Mikrofon bewaffneter Animateur zog von Liege zu Liege und versuchte, die genervten Leute zur Poolgymnastik zu überreden. Das gleiche Spiel wiederholte sich mehrmals am Tag, nur mit anderen Aktivitäten. Abends folgte die Animation auf der Bühne stets dem gleichen Muster. Zuerst von 20.30 - 21.00 Kinderdisco mit IMMER denselber Liederabfolge, danach die Icebreaker Show, bei der stets 2-4 Männer und/oder Frauen zu Wettbewerben auf die Bühne gezerrt wurden. Um 21.30 gab es die eigentliche Show. Beispiel: Michael Jackson Show (gut), König der Löwen Remake (gut), Karaoke (na ja), Tanzshow (na ja), Pärchenwettbewerbe (lustig), Comedy der Animateure (schlecht). Wer keine Lust auf das allabendliche Programm hatte, konnte in die Touristendiskos gehen oder ins Kasino gehen. Vorsicht Abzocke!
POSITIVES
Und nun noch ein paar positive Worte. Unser Doppelzimmer im Royale war sehr großzügig geschnitten, hatte eine kleine Kochnische mit Kühlschrank und Eisfach, Klimaanlage, Ventilator, TV (nur dominikanische Kanäle) und einen riesigen Balkon. Die Putzfrau hat ihren Job perfekt gemacht. Unsere deutschen Nachbarn mussten wegen etwaigen Mängeln allerdings 3mal umziehen. Der Safe kostet happige 3$ pro Tag.
Das Büffet war stets reichlich, nett dekoriert, sauber und insgesamt lecker. Wer Garnelen, Shrimps, Langusten, etc erwartet, ist in diesem Hotel jedoch falsch. Das Frühstück ist auf Amerikaner und Engländer zugeschnitten. Sprich: Bohnen, Speck, Eier, fettige Würstchen, viel zu süße Pfannkuchen, gesüßtes Brot, pappige gesüßte Brötchen, vertrocknete Croissants, wässeriger, seltsam künstlich schmeckender Aufschnitt und fades Obst. Ab dem Mittag wird es aber schlagartig besser. Besonders gut: die riesige Salatbar. Sehr zu empfehlen ist das brasilianische Restaurant. Am Tisch werden frisch vom Spieß 7 Gänge verschiedenste Fleischsorten serviert, dazu Pommes, Reis, Wedges und Suppe. In beiden Restaurants werden alle Getränke an den Tisch gebracht.
Am Tag nach der Anreise kommt eine Reiseleiterin vorbei, die einem Ausflüge anbietet. Sehr zu empfehlen: den Caribbean Cruise. Für zusätzlich 120$ bekommt man eine traumhafte Bootstour zu den wahren Traumstränden der Dom Rep. 1-stündiger Schnorchelstop an einem wunderschönen Atoll, leckeres Büffet, Badestop im türkisen Wasser einer Bucht und Party an Bord inclusive. Die Tour hat uns letztendlich den Urlaub gerettet. Ähnlich unvergesslich ist die Monstertruck Tour durch den Urwald.
TIPPS:
- Unbedingt für den Notfall Mastercard o.ä. mitnehmen, jeder Arztbesuch kostet zunächst mehrere 100$ in bar! (Ich hatte einen Armbruch = 850€, Reiseversicherung zahlt erst später)
- wenn ein lästiger Strandverkäufer sich der Liege nähert: schlafend stellen und schnarchen, dann gehen sie enttäuscht weiter
- den Erwachsenenpool nutzen. Der ist sauberer. Noch besser: gleich den ganzen Tag am Strand verbringen, ist auch kühler und windiger dort
- am Wochenende das Hotel meiden, wenn einen laute Menschenmassen und Pizzastückchen im Pool stören...
- der Putzfrau Kosmetikpröbchen und Süßigkeiten oder Dollars auf's Kopfkissen legen, die macht ihren Job echt super und strahlt dann wie ein Honigkuchenpferd =)
- in der Strandbar Getränke ohne Eiswürfel bestellen, die waren manchmal aus Chlorwasser
- Kohletabletten mitnehmen
FAZIT: Lieber 200€ mehr ausgeben und in einem RIU Hotel buchen. Die deutschen Urlauber dort waren im Gegensatz zu uns sehr zufrieden
Bewertung:
3.35 von
5