+50€ Geld-zurück-Gutschein für Ihre nächste Reise!   mehr Infos

Haben Sie Fragen? Hotline +49 (0)800 2277846 info

Inseltipp
17.11.2011
Weitersagen:

Fuerteventura: Sonne, Strand, Meer


Fuerteventura ist ein klassisches Urlaubsziel mit Sonne, Strand und Meer. Vor allem Deutsche verbringen ihre Ferien immer wieder auf der nach Teneriffa zweitgrößten Insel der Kanaren.

Früher die Kornkammer der Kanaren
Es muss am Namen liegen: Fuerte Ventura. Starker Wind. Jedenfalls scheint das Grün, bis auf einige Ausnahmen, wie weggefegt. Schwer vorstellbar, dass hier einmal die Kornkammer der Kanaren gewesen sein soll. Nur brach liegende Überreste zahlloser Terrassenfelder an den Hängen der Inselberge zeugen noch davon. Der größte ist etwas über 800 Meter hoch. Selbst die Ziegen scheinen Mühe zu haben, in dieser Urwüchsigkeit aus Sand, Stein und Strauchwerk überhaupt etwas Fressbares zu finden. Rund 20.000, schätzt man, streifen wild umher, insgesamt soll es 85.000 geben.

"Das sind fast so viele wie wir Einwohner haben", sagt Jesús Marrero, der uns begleitet, und weist auf die gut 100.000 Fuerteventuraner hin, die auf diesem am nächsten zu Afrika gelegenen Eiland leben.

Wohltuende Wärme bei all dem Wind
Die erste Begegnung ist ernüchternd. Wenn da nicht die Sonne, der strahlend blaue Himmel, die goldgelben bis weißen Strände, das türkis- bis aquamarinblaue Meer und die - bei all dem Wind - für regen- und kältegeplagte Mitteleuropäer so wohltuende Wärme des Südens wäre. Gut zwei Stunden sind es vom spanischen Festland von Madrid herüber; das Doppelte ist von Deutschland aus einzuplanen.
Für den Dichter ein erhabener Erdenfleck
Wir fahren von der Hauptstadt Puerto del Rosario nach Süden. "Eine Wüste ist dieser erhabene und geliebte, weltabgeschiedene Erdenfleck, eine der Inseln, die man einst die glückseligen nannte", schrieb Miguel de Unamuno 1924 über ein "nacktes, skeletthaftes, karges Land aus nichts als Knochen, ein Land, das eine ermüdete Seele zu stählen vermag". Wie recht der Dichter hat - zum Teil.

Fast die ganze Insel hängt vom Tourismus ab
Denn so weltabgeschieden ist Fuerteventura im Zeitalter der Düsenflugzeuge und des Schnelltourismus längst nicht mehr. Weit über eine Million Gäste zählt man mittlerweile Jahr für Jahr. Fast die gesamte Insel hängt vom Tourismus ab. Auch Jesús, unser Begleiter, sieht darin seine Chance. Señor Marrero hat sich eher dem ländlichen Tourismus verschrieben, organisiert Wanderungen und Ausflüge ins Innere. Das Treiben dort, wo sich eine Bettenburg an die andere reiht, beobachtet er mit Sorge, obwohl auch er davon profitiert.

Zu einem weiteren verschandelten Reiseziel zu werden, "das wäre wirklich nicht schön", sagt Jesús mit Blick auf eine Autobahn, die sich ins Land gefressen hat, obwohl schon die Küstenstraße damals, bevor die Autobahn kam, kaum befahren worden ist. "Im Tourismus", hören wir später von einem Hotelbetreiber, "kann man eben nicht immer nur nein sagen."

Nichts für Liebhaber antiker Gemäuer
Fuerteventura ist in der Tat nichts für Liebhaber antiker Gemäuer oder berühmter Kunstsammlungen, seine Qualitäten liegen eher im Verborgenen. "Hier gefährdet kein Besichtigungsstress die Erholung", weiß Hans-Wilm Schütte, der einen Marco-Polo-Führer über die Insel geschrieben hat. Vor allem Baden und Sonnen sind angesagt. Und Surfen - wegen des Windes. An der Ostküste kann es zum Erlebnis werden, im Westen dagegen zur tödlichen Gefahr. Dort ist Fuerteventura ganz anders, wild und zerklüftet. "Da", warnt Jesús, "hat das Meer eine gewaltige Kraft."
An der Playa de Garcey bei der "American Star"
Wir wagen uns an die Stelle, wo die „American Star“, ein ehemaliger US-Luxuskreuzer, Mitte der 1990er-Jahre gestrandet ist. Er befindet sich südlich von Ajuy, dem malerischen Fischerdorf mit dem schwarzem Strand, den weißen Riffen, den bunten Fischerbooten und den riesigen Höhlen, und sollte eigentlich zum Abwracken nach Fernost geschleppt werden. Doch ein Unterwetter brach los, das Schiff dann in zwei Teile. Das Bugteil, lange Touristenattraktion, befindet sich inzwischen fast komplett unter Wasser. "Die Strömung da", mahnt der Führer, "ist lebensgefährlich."

An der schmalsten Stelle nur sechs Kilometer
Wir sind, aus Richtung der Halbinsel Jandía und der Costa Calma im Süden kommend, bei Matas Blancas ins Inselinnere abgebogen. Ein Windpark sorgt auf der Höhe für Energie, natürlich. Hier, an der schmalsten Stelle bis La Pared, ist Fuerteventura gerade einmal sechs Kilometer breit. Es wird hügeliger. An einem Berg, der aussieht wie ein schlafender Elefant, merkt Jesús augenzwinkernd mit Blick auf einen dunkelbraunen, brustspitzen Nachbargipfel an: "Der Elefant ist nicht dumm, sondern schlau, der schläft an Sophia Lorens Busen."
In der wildromantischen Felsenschlucht
An den Stausee Las Peñitas schließt sich die Barranco de las Peñitas mit der weißen Einsiedler-Kapelle an, ehe die wildromantische Felsschlucht in die Oase Vega de Río de las Palmas übergeht. Der Wanderweg endet in dem Dorf, das der Schutzpatronin Fuerteventuras, der "Virgen de la Peña", geweiht ist. Die alte Inselhauptstadt Betancuria ist 1405 vom Eroberer Jean de Béthencourt gegründet worden. Im Freilicht-Ökomuseum La Alcogida in Tefía finden sich Beispiele für typische Inselarchitektur, Kunsthandwerk und traditionelle Landwirtschaft.

In der Dünenlandschaft um Corralejo
Im Vulkangebiet ganz oben im Norden kann man prima wandern. Das alte Fischerdorf Cotillo zeichnet sich durch stille Buchten und ausgedehnte Strände aus. Von dort ist es nur ein Sprung zur herrlichen Dünenlandschaft um Corralejo im Norden rund 100 Kilometer langen Insel, auf der die Aloa-Vera-Produktion längst die Tomatenzucht abgelöst hat.

Schade, diesmal keine Fahrt mit dem Katamaran
Wieder zurück im Süden der Insel. Aus der geplanten Fahrt mit dem Glasboden-Katamaran von Morro Jable aus wird es leider nichts. Über die Einfahrt zum Hafen kommen wir nur ein kurzes Stück hinaus. Schon brechen die Wellen über uns herein, eine Kollegin muss direkt zur Reling. Da kann diesmal auch Jesús nichts machen: Fuerte Ventura. Der starke Wind.
Hauptsaison auch um Weihnachten herum
Fuerteventura ist die älteste und die am dünnsten besiedelte Kanareninsel. Sie ist rund 1.730 Quadratkilometer groß und auf der Höhe von Marokko rund 100 Kilometer vor Nordafrika gelegen.

Verschiedene Charter fliegen von Deutschland aus rund vier Stunden bis dorthin, mit Linie geht es etwa über Madrid oder Barcelona nach Puerto del Rosario in die Hauptstadt. Das Klima ist angenehm-mild, aber oft windig. Hauptsaison ist nach den Monaten Juli und August auch um Weihnachten herum.

Im Inselinneren familiär geführte Finca-Landhotels
Im Inselinneren empfehlen sich familiär geführte Finca-Landhotels wie das Mahoh in Villaverde oder das Era de la Corte in Antigua.
In Salzwasser gekochte Papas-Arrugadas-Runzelkartoffeln gehören zu den kulinarischen Spezialitäten. Es gibt gute spanische Weine. "Tropical"- und "Dorada"-Bier werden auf den Kanaren gebraut.

Quelle: Günther Koch/KoCom


  • Holidaytest